Badenliga Frauen: TSV Amicitia Viernheim – TV Brühl 24:40 (12:20)

Wer hätte das gedacht? Mit einer wahrhaft herausragenden Leistung haben die Brühlerinnen die favorisierten Viernheimerinnen mit 40:24 förmlich deklassiert. Das ungewöhnliche an den nackten Zahlen ist die Tatsache, daß der Gästeerfolg selbst in dieser Höhe völlig in Ordnung ging. Noch vor dem Spiel hatte Trainer Franz-Josef Höly seine Mädels vor den Hessinnen gewarnt: „gegen diesen Gegner haben wir zu Hause mit 22:29 verloren. Viernheim war in der laufenden Runde die bisher beste Mannschaft, die uns auf den Zahn gefühlt hat. Natürlich wollen wir das heutige Spiel gewinnen, das wird uns aber nur gelingen, wenn bei uns über 60 Minuten alles tadellos funktioniert. Und das nicht nur vor dem Hintergrund der nächsten personellen Hiobsbotschaft in Form des längeren verletzungsbedingten Ausfalls von Abwehrspezialistin Lisa Naber, für die Saison beendet scheint.“ Keine guten Voraussetzungen für die Partie gegen den bekannt offensivstarken TSV. Allerdings schienen diese Voraussagen bereits nach wenigen Minuten zu Makulatur zu verkommen, denn von Beginn an brannten die Brühlerinnen ein spielerisches Feuerwerk ab, daß den Gastgeberinnen Hören und Sehen verging. Die körperlich unterlegen Gäste kombinierten sich wie selbstverständlich durch die gegnerische 6:0 Deckung, die nie eine Einstellung zu den schnellen Angriffen des TVB fand. Auf der anderen Seite hatten sich die Brühlerinnen für eine laufintensive 5:1 Abwehrformation entschieden. Genau das richtige, um die gefährlichen Rückraumschützen des TSV im Zaum zu halten. Auch das funktionierte prächtig, zumal Sandra Lauerwald im Brühler Kasten eine souveräne Vorstellung bot. In der fairen Partie erhielten die Gäste insgesamt acht Teitstrafen einschließlich zweier roter Karten gegen Sophia Schneider und Vanessa Henn. Aber selbst dieses Handicap brachte die Brühlerinnen nicht aus dem Konzept. Nach sechs Minuten lagen sie bereits mit 5:1 vorne, weitere sechs Minuten danach, beim Stand von 9:4, zog Viernheims Trainer den grünen Karton, allein es half an diesem Tag nichts. Brühl war die eindeutig bessere Mannschaft und hatte gleich mit mehreren Regisseurinnen aufzuwarten. Da war zu einen Kerstin Siebenlist, die nach ihrer langen Verletzungspause immer besser in Tritt kommt, zum anderen übernahmen Maike Renkert und Maren Röllinghoff fast schon wie gewohnt weitere Führungsrollen. Dazu gesellten sich herrlich anzusehende Kreisanspiele und auch Treffer von den Außenbahnen. Bei den Gastgeberinnen tauchte Stefanie Osada mit nur zwei Feldtoren immer mehr ab, so daß lediglich von Anna Elfner und Franziska Matthias  Gefahr ausging. Das reichte jedoch nicht einmal ansaztweise, denn bereits zur Pause lag der TSV mit 12:20 zurück.

Die Frage, ob sich an der Gemengelage in der zweiten Hälfte etwas ändern würde, war bereits nach wenigen Spielzügen beantwortet. Nichts. Im Gegenteil, denn die Brühler Angriffsmaschinerie spielte die überforderte Viernheimer Abwehr geradezu schwindlig. Nach acht Minute betrug die Tordifferenz erstmals zehn Treffer (24:14), Tendenz steigend. Gegen die demoralisierten Gastgeberinnen hatte die junge Brühler Mannschaft überhaupt keine Mühe, noch etwas mehr für die Tordifferenz zu tun. Viernheim, längst geschlagen, war heilfroh, als die Schiedsrichter nach 60 Minuten ein Einsehen hatten und beim Stand von 24:40 das ungleiche Spiel zu beenden.

Franz-Josef Höly nach dem Spiel: „solch ein Ergebnis war nicht zu erwarten. Bei uns hat praktisch alles nach Wunsch geklappt. Jede Spielerin hat das umgesetzt, was gefordert war. Ein tolles Mannschaftsgefüge, ein dickes Kompliment an meine Mädels. Wenn wir so spielerisch stark auftreten, müssen wir vor niemandem Angst haben.“

TV Brühl: Lauerwald, Zimmermann; Li. Bühn (2), Röllinghoff (8), Siebenlist (6/2), Henn, Pristl (2), Renkert (4), Gross (6), D. Göbel, P. Lederer (10/7), Schneider (2), Le. Bühn.

ako