Badenliga Damen: TV Brühl – TV Dielheim 31:20 (18:9)

Der Aufsteiger aus Dielheim mußte bei seinem Gastspiel in Brühl leidvoll erfahren, daß in der klassenhöheren Badenliga ein anderer Wind weht. Ohne die geringste Chance unterlagen sie den Brühlerinnen deutlich mit 20:31. Dabei war die Höhe der Niederlage nur deshalb noch in einem halbwegs erträglichen Rahmen, weil der TVB in den zweiten 30 Minuten mehr experimentierte, als sich um das Resultat zu kümmern.

Bis dahin hatten die Zuschauer ein klares spielerisches Übergewicht des TVB gesehen. Nur zu Beginn, als sich beide Teams noch aufeinander einstellten, war von einem Klassenunterschied noch nichts zu erkennen (4:4). Dann genügten den quicklebendigen Brühlerinnen gerade einmal sieben Minuten, um die Partie zu entscheiden. Mit neun Toren in Folge wurde die 6:0-Gästedeckung förmlich überrannt. Für die körperlich überlegenen Dielheimerinnen waren die schnellen Ballpassagen und das hohe Tempo des TVB Gift. Auch beim Rückzugsverhalten offenbarten sie Schwächen, die die Gastgeberinnen konsequent ausnutzten und zu mehreren leichten Treffern kamen. Auf der anderen Seite kam die offensive Brühler Deckung nur dann in Schwierigkeiten, wenn sie zu sorglos agierte oder noch mit eigenen Abstimmungsproblemen zu kämpfen hatte.

Trainerin Kerstin Siebenlist war daher schon früh in der komfortablen Situation, ihre Reihen munter durch zu wechseln und allen Spielerinnen genügend Einsatzzeiten zu geben. Am großen Vorsprung änderte das freilich nichts, zur Pause führte Brühl mit 18:9.

Die zweite Hälfte war auf TVB-Seite geprägt vom Einstudieren neuer Spielsituationen und personellen Positionswechseln. So fand sich beispielsweise Linksaußen Hannah Edelmann ebenso im  Rückraum wieder, wie Kreisläuferin Anja Gross, während sich Anne Lederer in der Mitte des Deckungsverbandes wiederfand. Natürlich verlief das nicht alles wunschgemäß. Es kam vermehrt zu technischen Fehlern, weil die Laufwege noch nicht stimmig waren oder mangels Alternativen manche Angriffe viel zu früh abgeschlossen wurden. Wegen des klaren Vorsprungs gesellten sich gewisse Nachlässigkeiten hinzu und die Konzentration wurde begreiflicherweise nicht mehr so richtig hochgehalten. Die nie aufsteckenden Gäste nutzten dies zur Ergebnisverbesserung. An der Gemengelage änderte dies allerdings nichts. Am Ende hatten die Brühlerinnen, wie schon am Sonntag gegen Wiesloch, 31 Tore erzielt, wohlgemerkt praktisch ohne Treffer aus der zweiten Reihe.

Kerstin Siebenlist nach der Partie: „wir haben heute verschiedene Dinge ausprobieren können, sonst hätte das Ergebnis sehr wahrscheinlich anders ausgesehen. Trotzdem haben wir viel zu viele Fehler produziert, das darf uns gegen stärkere Gegner nicht passieren.“

TV Brühl: S. Pristl, Zimmermann; Li. Bühn (1), Gross (6), Edelmann (5), Henn (1), F. Pristl, Renkert (8/4), Lederer, Tomann (3), Röschel (5), S. Schneider (1), Le. Bühn (1).

ako