Badenliga Damen: TV Brühl – HG Saase 23:24 (13:13)

Die Partie gegen die Gäste von der Bergstraße, Endstand 23:24, stand für die Brühlerinnen zumindest von der personellen Ausstattung her schon vor Beginn unter keinem günstigen Stern. Mit Maike Röschel und Hannah Edelmann, dazu noch Franziska Pristl, fehlten wichtige Leistungsträgerinnen. Trainerin Kerstin Siebenlist mußte also improvisieren. Kreisläuferin Anja Gross agierte fast durchgängig im Rückraum, die Linksaußenposition teilten sich die Bühn Sisters, am Kreis mühten sich Malin Handrick und Anne Lederer. Durch den verwaisten Rückraum, sowieso schon saisonübergreifend unterrepräsentiert, mußten verstärkt die 1:1 Situationen herhalten und dazu noch die Außen treffen, um sich Siegeshoffnungen zu machen. Das alles unter der Prämisse, daß die Hauptlast die Abwehr zu tragen hatte. Die erhielt in Gestalt von Lisa Naber die ersehnte Verstärkung. Nach zweijähriger verletzungsbedingter Abstinenz ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Die zahlreichen Zuschauer waren gespannt, wie das alles funktionieren sollte. Der Gegner, die HG Saase, zweikampfstark wie immer, war in erster Linie auf die Regie-und Wurfkünste von Antonia Grössl angewiesen. Sie spielte stark und entzog sich immer wieder ihren Gegenspielerinnen in der Brühler Abwehr. Grössl bereitete nicht nur vor, sondern erzielte selbst zwölf Treffer. Die offensiv aufgestellte Defensive der Gastgeberinnen spielte selbst unter den geänderten Rahmenbedingungen beileibe nicht schlecht und hatte die HG-Angreiferinnen ansonsten recht gut im Griff. Die Gästeabwehr vertraute auf die gewohnte 6:0 Formation. Brühl machte stets viel Druck auf diese Abwehr, und erspielte sich aussichtsreiche Möglichkeiten, vor allem, wenn geduldig ausgespielt wurde. Diese Geduld hatte der TVB nicht immer, oft wurde zu schnell und überhastet abgeschlossen.

Die Partie selbst war ein Spiel auf Augenhöhe, 60 Minuten lang. Keiner Mannschaft gelang es, sich abzusetzen (3:3, 5:5, 8:8 und 10:10). Zur Pause hieß es 13:13. Bis dahin hatten die Gastgeberinnen einen weiteren Rückschlag zu verkraften, denn bereits nach 21 Minuten sah Lisa Bühn Rot, eine Entscheidung, die zumindest diskussionswürdig war.

Auch die zweite Halbzeit war hart, aber nicht unfair, umkämpft. Der ausgeglichene Spielstand hatte weiter Bestand (16:16, 19:19 und 21:21). Die Brühlerinnen tankten sich immer wieder durch die gegnerische Abwehr, daraus entstanden immerhin elf Siebenmeter. Aber Saase ließ sich nie abschütteln. Die Vorentscheidung fiel erst in der 57. Minute. Abwehrspezialistin Sophia Schneider ereilte das Aus mit der dritten Zeitstrafe. Den Gästen gelang jetzt ein zwei Tore Vorsprung (23:21), den Brühl nur noch verkürzte (22:23 und 23:24). Super gekämpft und dennoch verloren. Im Prinzip erging es den Brühlerinnen wie zuvor den Deutschen bei der EM im Spiel gegen Kroatien. In der Crunchtime leider zu oft die falschen Entscheidungen getroffen. Die knappe Niederlage konnte am Ende auch nicht die fabelhaft haltende Sandra Pristl im TV-Kasten verhindern.

TV Brühl: Pristl, Zimmermann; Li. Bühn (2), Gross (1/1), Henn (2), Renkert (9/7), Naber (2), Tomann (2), Handrick (1), J. Patzschke, Schneider (2), Le Bühn (2), Lederer.

ako