Badenliga Frauen: TV Brühl – HG Königshofen/Sachsenflur 26:23 (8:7)

Es wurde das vor Spielbeginn kaum für möglich gehaltene Zitterspiel für den favorisierten TV Brühl. Daß es am Ende doch noch für die zwei einkalkulierten Punkte gegen die HG Königshofen/Sachsenflur reichte, war weniger einer Leistungssteigerung der Gastgeberinnen, sondern eher der konditionellen Verfassung der Gäste, zuzuschreiben. Die hatten mit dem Manko zu leben, nur eine Auswechselspielerin zur Verfügung zu haben, während die Brühler Bank voll besetzt war.

Der Blick auf das Miniaufgebot der HG hatte die Mannschaft der Gastgeberinnen wohl noch in den Köpfen gestärkt, ein Spaziergang stünde bevor. Den gedanklichen Schalter dann umzulegen ist mühsam und schwierig. So kam es, wie es nicht kommen sollte. Es entwickelte sich von Beginn an ein wenig anschauliches Spiel, zäh im Verlauf und ohne die großen Höhepunkte. Die Brühlerinnen waren zwar zu Beginn tonangebend, konnten jedoch die spielerischen Vorteile nicht in die entsprechenden  Bahnen lenken. Sie rannten sich immer wieder in der gegnerischen 6:0 Deckung fest, flüssige Kombinationen blieben Mangelware. Die weniger Treffer in der ersten Hälfte entsprangen hauptsächlich Einzelaktionen. Auf der anderen Seite begann die Brühler 5:1 Deckung nicht schlecht, hielt die HG-Angreiferinnen weg vom eigenen Kreis. Nach zwölf Minuten stand es 3:3, zur Pause knapp 8:7 für den TVB.

Eine Kabinenpredigt von Trainerin Kerstin Siebenlist beflügelte zu Wiederbeginn die Aktionen ihres Teams. Das 14:10 bedeutete erstmals einen vier Tore Vorsprung, der auch noch in der 45. Minute Bestand hatte (18:14). Zu mehr reichte es erstaunlicherweise nicht, im Gegenteil. Durch fehlerhafte Abschlüsse und technische Fehler begünstigt, sahen die Gäste ihre Chance gekommen. Vier Tore in Folge, dazwischen drei Brühler Zeitstrafen, brachte Königshofen in Schlagdistanz (18:18). Plötzlich waren die Nerven gefragt, erst recht, als die Gäste beim 20:19 sogar in Führung gingen. Sollte die Partie gar kippen? Die erfahrenen Brühler Führungsspielerinnen übernahmen in den letzten Minuten Verantwortung und sorgten mittels vier Toren in Folge für die Vorentscheidung (24:21). Die Gäste steckten zwar nicht auf, waren aber nicht mehr in der Lage zu kontern. Der 26:23 Erfolg war letztendlich verdient, eine Glanzleistung war es aber nicht.

Kerstin Siebenlist war am Ende: „ froh über die zwei Punkte aber nicht mit der Leistung ihres Teams. Hauptsache gewonnen, mehr Positives gab es nicht. Wir können es viel besser, aber heute nicht.“

TV Brühl: Göbel, Zimmermann; Li. Bühn (2), Gross (3), Henn (1), F. Pristl, Hirsch, Li. Naber (4), Tomann (6), Handrick, Röschel (4/4), S. Schneider (1), Edelmann (5), Lederer.

ako