Badenliga Frauen: TSV Rot – TV Brühl 21:23 (12:12)

Die Brühler Handballerinnen bleiben nach dem mühsam erkämpften 23:21 in Rot weiter ungeschlagen an der Tabellenspitze. Dies ist aus Gästesicht allerdings schon das einzig Positive an dem Abend in der bitterkalten Sporthalle der Parkringschule. Der Gewinn zweier weiterer Pluspunkte wurde überschattet von den schweren Gesichtsverletzungen Joceline Tomanns nach knapp 45 Minuten.

Vor Beginn der von beiden Teams engagiert geführten Begegnung war sich Trainerin Kerstin Siebenlist nicht sicher, was sie von der Spielstärke des TSV halten sollte:  „die haben erst ein Spiel hinter sich und treten mit einem personell stark veränderten Team an. Da müssen wir sehen, wie wir damit klarkommen.“ Wie sich bald herausstellen sollte, baute Rot weiter auf die Künste von Cathrin Hofmann und Sarah Knopf, die stets Gefahr entwickelten, wenn sie die Brühler Abwehr auch nur einen Augenblick aus den Blickwinkeln verlor. Vor allem in der ersten Hälfte gab es da einiges zu beanstanden. Da wurde nicht eng genug gedeckt, zu spät herausgerückt oder die Roter Angriffe nicht entsprechend unterbunden und im Keim erstickt.

Auch im Brühler Angriff lief es ungewohnt unrund. Unkorrekte Pässe, Ballverluste und das Nichterkennen freier Räume brachten Siebenlist förmlich in Rage und zwangen den TVB zur ersten Auszeit nach 16 Minuten. Bis dahin stand es nach wechselnden Führungen 9:7 für Rot. Die sieben Gästetreffer entsprangen aus vier Strafwürfen, die sämtlich von Maike Renkert sicher verwandelt wurden, lediglich drei nach Kombinationsspiel. Nach dem 10:7 und einer Zeitstrafe für Sophia Schneider sah es bereits prekär für die Brühlerinnen aus. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Rot allerdings nicht. Die Gäste marschierten jetzt kurzzeitig energischer nach vorne und glichen bis zur Pause wenigstens aus (12:12). Mehr war in den bisherigen 30 Minuten auf Grund des fehlerbehafteten Brühler Spiels nicht drin.

Die Halbzeitansprache in der Gästekabine war anscheinend kurz und knackig, denn der TVB betrat schon nach fünf Zeigerumdrehungen wieder die Platte. Aber auch nach Wiederbeginn wurde das Spiel nur wenig besser. Brühl ging zwar in Führung (14:12 und 17:15), aber ein Absetzen gelang trotz weiterer Torchancen nicht. Rot suchte derweil nach eigenen Möglichkeiten, die Partie für sich zu entscheiden und hatte beim 17:17 ausgeglichen. Weil sich Brühl durch fünf Zeitstrafen in Hälfte zwei immer wieder selbst dezimierte, machten sie sich selbst das Leben noch schwerer. Dennoch gelang ein erneuter zwei Tore Vorsprung (19:17). Dann kam es für die Gäste knüppeldick. Erst kassierte Maike Renkert ihre dritte Zeitstrafe, im Anschluß erwischte es Joceline Tomann nach einer unübersichtlichen Situation schwer in Gesicht. Die Partie war minutenlag unterbrochen, Trainerin Kerstin Siebenlist weilte in der Kabine bei der Verletzten, bevor die Besatzung eines Rettungswagens die Brühlerin in Obhut nahm und nach kurzer Zeit der Erstversorgung in die Klinik brachte. Die geschockten Gäste schienen jetzt den Faden gänzlich verloren zu haben und Rot erzielte drei Treffer in Folge zur eigenen 20:19 Führung (54. Minute). Danach keimte nach einem weiteren nicht verwandelten TSV-Strafwurf bei den Brühlerinnen wieder Hoffnung auf. Vanessa Henn und Hannah Edelmann sorgten für die 21:20 Führung. Dramatik pur. Nach 57:30 eine weitere Zeitstrafe für die Gäste, die Rot zum 21:21 Ausgleich nutzte. Aber Brühl stemmte sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage. Lisa Naber erzielte nach einer Energieleistung in Unterzahl die erneute Führung (22:21). In der folgenden Roter Auszeit schworen sich die Gästespielerinnen darauf ein, die Partie für ihre verletzte Mitspielerin zu gewinnen. Das gelang tatsächlich, denn Anja Gross setzte nach einer wahren Abwehrschlacht den letzten Treffer zum 23:21.

Trainerin Kerstin Siebenlist faßte nach dem Spiel noch unter dem Einfluß des zuvor Geschehenes das Spiel in einem Satz zusammen: „unser Spiel war katastrophal.“

TV Brühl: Göbel, Zimmermann; Li. Bühn, Gross (1), Henn (4), Pristl, Renkert (9/9), Naber (3), Kemptner, Tomann (1), Röschel (2), Schneider (1), Edelmann (2/1).

ako